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Taktarbeit - Montage

In­te­gra­ti­on tätigkeitsspezifischer Belastungswechsel zur Verringerung der physischen Beanspruchung bei Taktarbeit
(Laufzeit März 2021 bis August 2022)

Problemstellung und Motivation

Be­schäf­tigte in der Pro­duk­tion arbeiten häufig (ca. 45 %) in Taktarbeit, um die Pro­duk­ti­vi­tät und Transparenz von Fertigungsprozessen zu erhöhen. Dabei ist ein stetiger Trend zur Verkürzung der Taktzeiten zu erkennen, wobei sich in einer Vielzahl der produzierenden Un­ter­neh­men eine Taktzeit von ca. einer Minute als Norm etabliert hat. Demgegenüber steht, dass taktgebundene Ar­beit als ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung verschiedener Muskel-Skelett-Er­kran­kun­gen (MSEs) bzw. Repetitive Strain Injuries gilt. Die Ursache dieses Risikofaktors sind die sich aus geringen Zykluszeiten ergebenden, häufigen Wiederholungen gleichförmiger Be­we­gung­en, die zu hohen Belastungen und Beanspruchungen der Muskeln, Sehnen und Nerven führen und oftmals lange Arbeitsausfallzeiten der Mit­ar­bei­ter bedingen. Resultierende Berufskrankheiten sind bei­spiels­weise Er­kran­kun­gen der Sehnenscheiden bzw. des Sehnengleitgewebes oder das Karpaltunnel-Syndrom.

 

© Bott GmbH & Co. KG

Zielsetzung

Zur gezielten Prävention von arbeitsbedingten MSEs bzw. Repetitive Strain Injuries bedarf es innovativer Konzepte und Methoden, mit deren Hilfe eine sowohl wirtschaftliche als auch gesundheitsorientierte Taktarbeit sichergestellt wird. Dazu wird im vorliegenden For­schungs­pro­jekt explorativ un­ter­sucht, ob die In­te­gra­ti­on spezifischer Belastungswechsel in die Taktarbeit zu einer Reduzierung der physischen Beanspruchung beiträgt und damit das Potential zur Prävention von Berufskrankheiten hat. Spezifische Belastungswechsel meinen in diesem Kontext, dass in ei­nem Tätigkeitsabschnitt belastete Muskeln in dem nächsten Tätigkeitsabschnitt gezielt entlastet bzw. andersartig belastet wer­den. Im Rah­men der Un­ter­su­chung wer­den Kriterien für einen zielgerichteten Ein­satz von solchen spezifischen Belastungswechseln ent­wickelt und in einen Methodenansatz überführt. Mit dessen Hilfe sollen Un­ter­neh­men befähigt wer­den, spezifische Belastungswechsel bei der Neugestaltung oder Anpassung von Taktarbeit zu berücksichtigen.

Vorgehensweise und Arbeitsteilung

Das For­schungs­pro­jekt ist auf eine Laufzeit von 18 Monaten ausgelegt. Zu Beginn der Forschungs­arbeiten sind für spätere Untersuchungen zwei Referenzmontageprozesse zu ent­wi­ckeln, die die wesentlichen Charakteristika eines getakteten, manuellen Arbeitssystems erfüllen. Diese wer­den an­schlie­ßend im Hinblick auf physiologische Parameter der muskulären Be­las­tung und Beanspruchung analysiert, um ungünstige Belastungswechsel zwischen Tätigkeitsabschnitten zu identifizieren. Darauf aufbauend wer­den Tätigkeitsabschnitte hinsichtlich ihrer spezifischen Belastungen neukonfiguriert, so dass belastete Körperstrukturen (Muskeln, Sehnen, ...) im jeweils nächsten Tätigkeitsabschnitt entlastet oder andersartig belastet wer­den.

Zum Vergleich der Referenzmontageprozesse mit den neukonfigurierten Prozessen wird weiterhin eine Proof-of-Concept Studie auf der Laborfläche des IPS durch­ge­führt. Im Rah­men dieser Studie wird der Einfluss spezifischer Belastungswechsel auf Risikoparameter für MSEs ex­pe­ri­men­tell un­ter­sucht. Basierend auf den so erzielten Er­geb­nis­sen wird abschließend ein Methodenansatz zur ergonomischen Gestaltung getakteter Montageprozesse ent­wickelt. Durch dieses Vorgehen soll sichergestellt wer­den, dass der mögliche Nut­zen durch die In­te­gra­ti­on spezifischer Belastungswechsel auch für An­wen­dungen in der in­dus­tri­el­len Praxis nachhaltig sichergestellt wer­den kann.

Förderhinweis

Dieses Projekt wird mit Mitteln der Deut­schen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ge­för­dert.

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Der Cam­pus der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Cam­pus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Cam­pus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.

Direkt auf dem Cam­pus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Cam­pus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Cam­pus Nord und Cam­pus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zu­rück.

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Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund verteilen sich auf den größeren Cam­pus Nord und den kleineren Cam­pus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen kön­nen Sie den Lageplänen entnehmen.

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