ViKIMon fertig entwickelt: KI-Qualitätsprüfung für die Montage, die zeigt, wie vertrauenswürdig sie ist

Die Qualitätsprüfung in der Montage wird durch immer mehr Produktvarianten aufwendiger. KI kann dabei helfen. Viele kleine und mittlere Unternehmen zögern jedoch: Wie verlässlich ist die Entscheidung einer KI, und was passiert, wenn sie falsch liegt? Auch der EU AI Act verlangt, dass KI-Systeme genau, robust und nachvollziehbar arbeiten und von Menschen überwacht werden können.
Im Projekt ViKIMon („Vertrauenswürdige KI-basierte Qualitätsprüfung in der Montage“) haben das RIF Institut für Forschung und Transfer e.V. und das Fachgebiet Qualitäts- und Prozessmanagement der Universität Kassel dafür eine Lösung entwickelt. Die Anforderungen dafür stammen aus Interviews mit Fachleuten aus der Industrie und einer Befragung von Unternehmen.
Kern des Projekts ist ein Demonstrator an einem Montagesystem, an dem Menschen und Technik zusammenarbeiten:
- Eine Kamera prüft, ob die Bauteile richtig montiert sind.
- Eine KI bewertet den Verlauf jeder Verschraubung.
- Die KI meldet nicht nur „in Ordnung“ oder „nicht in Ordnung“, sondern auch, wie sicher sie sich ist. Ist sie unsicher, entscheidet der Werker.
- Ein zentraler Server sammelt alle Ergebnisse, überwacht die Prüfqualität und dokumentiert jede Entscheidung.
- Neue KI-Modelle gehen erst in Betrieb, wenn ein Mensch sie freigegeben hat.
Werker, Qualitätsmanagement und Entwicklung sehen dabei jeweils genau die Informationen, die sie für ihre Aufgabe brauchen.
Als Nächstes testet die Universität Kassel das System in Versuchen. Das Projekt läuft noch bis Ende Februar 2027. Die Ergebnisse gelangen über den projektbegleitenden Ausschuss, über Veröffentlichungen und über Veranstaltungen in die Praxis. Unternehmen, die sich für den Demonstrator interessieren, können sich gern melden.
ViKIMon wird im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) gefördert.
Kontakt: Dr.-Ing. Jan Niklas Büscher

