Zum Inhalt

ErgoKom

Ent­wick­lung und technische In­te­gra­ti­on einer Bewertungsmethodik zur Ermittlung von Mitarbeiterbelastungen in Kommissioniersystemen (ErgoKom)

(Projektlaufzeit: Juni 2012 bis Februar 2014)

Problemstellung

Bedingt durch zunehmenden Kostendruck, verkürzte Produktlebenszyklen und steigende Variantenvielfalt sind Un­ter­neh­men gezwungen, den wertschöpfenden Anteil ihrer Prozesse sowie die Flexibilität in Pro­duk­tion und Logistik zu erhöhen, um ih­re Wettbewerbsfähigkeit zu er­hal­ten. Die Trennung von Produktions- und Logistiktätigkeiten und die daraus resultierende Zunahme kurzzyklischer Abläufe sowie der Trend zu größeren Logistikbereichen führen zu einer steigenden körperlichen Mitarbeiterbelastung in der Logistik und speziell in der Kommissionierung.

Kommissionierspezifische Einflussgrößen auf die Belastung © IPS​/​TU Dort­mund
Kommissionierspezifische Einflussgrößen auf die Be­las­tung

Zurzeit existieren nur wenige geeignete Methoden zur Erfassung von Ursache-Wirkungs-beziehungen zwischen den in Abbildung 1 beispielhaft dargestellten kommissionierspezifischen Einflussgrößen und deren gesundheitlichen Aus­wir­kungen auf die Muskulatur, das Skelett sowie das Herz-Kreislauf-System der Mit­ar­bei­ter. Aufgrund dessen ist die Ent­wick­lung einer aufwandsarmen Bewertungsmethodik zur fortlaufenden und detaillierten Abbildung identifizierter Wirkzusammenhänge sowie zur Analyse der Belastungshöhe in praxisrelevanten Kommissionierszenarien zwingend notwendig.

Zielsetzung

Ziel des For­schungs­pro­jek­tes, dessen Bearbeitung in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) der TU München erfolgt, ist die Ent­wick­lung einer spezifizierten und aufwandsarmen Methodik zur Analyse, Bewertung und Visualisierung auftretender körperlicher Belastungen in Kommissioniersystemen unter Berücksichtigung anerkannter Arbeitsanalyseverfahren. Darüber hinaus gilt es, die Bewertungsmethodik technisch zu implementieren und in ei­nem aus­ge­wähl­ten, repräsentativen Kommissioniersystem prototypisch umzusetzen. Die angestrebten For­schungs­er­geb­nis­se sollen nachhaltig die Erwerbsfähigkeit der Mit­ar­bei­ter gewährleisten. Darüber hinaus wer­den Un­ter­neh­men dazu befähigt, sowohl ih­re Logistikprozesse optimal und wertschöpfend zu ge­stal­ten als auch prospektiv die Belastungssituation in Kommissioniersystemen positiv zu beeinflussen. Daraus resultiert die Reduktion auftretender Berufskrankheiten sowie die Vermeidung langfristiger ge­sund­heit­licher Schädigungen.

Vorgehensweise

Die generelle Vorgehensweise im Forschungsvorhaben und der Zu­sam­men­hang zwischen den hierzu erforderlichen Arbeitspaketen kann Abbildung 2 entnommen wer­den. Ausgangspunkt der Forschungstätigkeiten ist die Analyse und Klassifizierung typischer Ausprägungen von Kommissioniersystemen sowie die Ermittlung kommissionierspezifischer Einflussgrößen, welche im Zu­sam­men­hang mit der körperlichen Be­las­tung stehen. Unter Berücksichtigung bestehender Untersuchungen, wie z. B. existierende Dosismodelle und biomechanische Menschmodelle, sind ferner belastungsspezifische Einflussgrößen zu erfassen sowie strukturiert darzustellen. Darauf aufbauend wer­den die zwischen den beiden Kategorien bestehenden Wirkzusammenhänge identifiziert und explizit ausgewiesen. Aufbauend auf den erzielten Forschungsergebnissen gilt es, eine aufwandsarme Bewertungsmethodik zur Erfassung und Visualisierung der Belastungshöhe, abhängig von den identifizierten kommissionier- und belastungsspezifischen Einflussgrößen, zu realisieren. Zu diesem Zweck sind derzeit in der Industrie angewandte und in der Literatur verfügbare Arbeitsanalyseverfahren zu analysieren und anhand verschiedener Prüfkriterien wie bspw. Ausführungsaufwand und Art der Ein- und Ausgabegrößen hinsichtlich ihrer Eig­nung zum Ein­satz in Kommissioniersystemen zu be­wer­ten.

 In ei­nem wei­te­ren Schritt sind zum einen repräsentative Kommissionierszenarien aus der Praxis auszuwählen, welche die un­ter­schied­lichen Belastungsformen und -ausprägungen widergeben. Zum anderen sind technische Konzepte zur fortlaufenden Erfassung und Visualisierung der Be­las­tung zu entwickeln. Mögliche Lö­sungs­an­sät­ze sind in diesem Zu­sam­men­hang die Verwendung industrieller Sensoren (RFID oder Lichtschranken) oder auch das Motion Capturing, welches zur Bewegungsanalyse eingesetzt wird. Zusätzlich zur tech­nisch­en In­te­gra­ti­on ist die Un­ter­su­chung einzelner Ausgabemedien bezüglich ihrer Praxistauglichkeit und Wirtschaftlichkeit notwendig. Lösungsvarianten sind u. a. stationäre bzw. mobile Monitore oder Datenbrillen.

Zur Validierung der Methodik erfolgt deren Umsetzung in ei­nem geeigneten Kommissioniersystem. In diesem Zu­sam­men­hang sind die erzielten Er­geb­nisse (u. a. Belastungshöhen, Risikoklassen) mit denen bestehender Ver­fah­ren zu vergleichen. Des Weiteren sollen mittels der angestrebten Ko­ope­ra­ti­on mit Experten aus Arbeitsschutz und Arbeitssystemgestaltung sowie der Be­fra­gung von Mitarbeitern zusätzliche Ansatzpunkte zur Optimierung der Bewertungsmethodik er­ar­bei­tet wer­den.

Für die um­fas­sen­de Dokumentation der Bewertungsmethodik ist abschließend ein Leit­fa­den zu er­ar­bei­ten, welcher zu­künf­tig als Basis für die ergonomische Gestaltung von Kommissionierszenarien Anwendung findet. In diesem sollen neben der detaillierten Beschreibung der Methodik vor allem Besonderheiten bei der Durchführung der Bewertung hinsichtlich Interpretation der Er­geb­nisse und Ableitung einzelner Verbesserungsmaßnahmen festgehalten wer­den. Des Weiteren sind die wäh­rend des For­schungs­pro­jek­tes erarbeiteten Resultate in ei­nem Funktionsmuster abzubilden.

Generelle Vorgehensweise – Verknüpfung der Arbeitspakete © IPS​/​TU Dort­mund
Generelle Vorgehensweise – Verknüpfung der Arbeitspakete

Förderhinweis

Das Forschungsvorhaben (Forschungsvorhaben Nr. 440 ZN/2) wird aus den Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über die Arbeits­gemein­schaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) ge­för­dert.

Kalender

Zur Veranstaltungsübersicht

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen kön­nen Sie den Lageplänen entnehmen.

Interaktive Karte

Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark.

Campus Lageplan Zum Lageplan