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Fakultät Maschinenbau

Ein Jahr INNO-SCREW: Meilensteine und Fortschritte im Innovationszentrum für intelligente Schraubtechnik

Ein handgeführtes Schraubsystem mit Schraubwerkzeug über einer Lochplatte in einer Laborumgebung. © IPS​/​TU Dortmund
Das Forschungsprojekt INNO-SCREW feiert sein einjähriges Bestehen. Seit dem Start am 1. Dezember 2024 arbeiten wir am Aufbau eines Innovationszentrums für intelligentes Qualitätsmanagement in industriellen Verschraubungsvorgängen. Das vom BMWE (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ) geförderte Vorhaben hat bereits wichtige Meilensteine erreicht.

Abschluss der ersten beiden Arbeitspakete
Nach einem Jahr intensiver Forschungsarbeit konnte das Projektteam die ersten zwei Arbeitspakete erfolgreich abschließen. Im Rahmen des ersten Arbeitspakets wurden durch mehrere Experteninterviews umfassende Anforderungen und Erfolgskriterien für das Innovationszentrum definiert. Die Gespräche mit Fachleuten aus Wissenschaft und Industrie lieferten wertvolle Einblicke in die Bedarfe der Praxis und bildeten die Grundlage für die weitere Projektarbeit.
Das zweite Arbeitspaket konzentrierte sich auf die digitale Befähigung der technischen Infrastruktur. Die vier bereits vorhandenen Schraubstationen – eine automatische Schraubstation, eine Doppelspindel-Schraubstation, eine handgeführte Schraubstation sowie eine roboterbasierte Schraubstation – wurden für den Einsatz im Forschungsprojekt vorbereitet. Außerdem wurden vier weitere akkubetriebene manuelle Schrauber beschafft, die das Schraubzentrum perfekt ergänzen. Aktuell laufen die letzten Schritte der Datenanbindung, um eine durchgängige Erfassung und Speicherung von Schraubprozessdaten zu ermöglichen.


Netzwerkaufbau und Kompetenzerweiterung
Besonders in der Schraubtechnik ist die Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft von großer Bedeutung. Deswegen suchen wir den aktiven Austausch zu bestehenden Netzwerken und weiteren Unternehmen. Wichtige Impulse lieferte dabei die Teilnahme an der VDA Arbeitsgruppe Montagekontrolle, die sowohl wertvolle Kontakte zu Schraub-Experten aus der Industrie als auch tiefgehende Fachkenntnisse im Bereich der Qualitätssicherung ermöglicht. Ergänzend bot der Besuch der SchraubTec-Fachmessen in Landshut und Bochum hervorragende Gelegenheiten zum direkten Austausch mit Herstellern und Anwendern. Die Teilnahme an Fachvorträgen und der persönliche Kontakt zu führenden Unternehmen der Schraubtechnik sowohl durch die VDA Arbeitsgruppe als auch durch die Messebesuche trugen gleichermaßen zur Vernetzung wie auch zum Kompetenzaufbau bei. Diese Aktivitäten lieferten wichtige Impulse für die weitere Projektarbeit und ermöglichten es, das Innovationszentrum noch stärker an den Bedürfnissen der Praxis auszurichten.


Ausblick: Datenaufnahme und experimentelle Studien
Mit Abschluss der Datenanbindung steht das Projekt nun vor einer entscheidenden Phase: In den kommenden Monaten beginnt die systematische Datenaufnahme mit fehlerhaften und normalen Verschraubungen. Dabei werden verschiedene Fehlerbilder gezielt herbeigeführt und dokumentiert, um realitätsnahe Datensätze für die Anomalieerkennung und Fehlerklassifizierung durch Maschinellen Lernverfahren zu schaffen. Diese Daten sollen nicht nur für unsere eigene Forschung genutzt, sondern auch im Sinne der „Offenen Wissenschaft" der Fachcommunity zur Verfügung gestellt werden.
Das Projektteam ist zuversichtlich, dass INNO-SCREW einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung des Qualitätsmanagements in der industriellen Fertigung leisten wird. Das Innovationszentrum soll langfristig als Plattform für Forschung, Wissenstransfer und Kooperationen zwischen Wissenschaft und Industrie etabliert werden.