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SkalKomm

Skalierbare Kommissioniersysteme
Ent­wick­lung eines Instrumentariums zur Auswahl eines kostenoptimalen skalierbaren Kommissioniersytems unter Be­rück­sich­ti­gung prognostizierter Auslastungsschwankungen

Problemstellung

Die An­for­de­run­gen an Kommissioniersysteme verändern sich zunehmend durch die Ent­wick­lung des Marktes. Die Folge der Marktveränderungen ist ein schwer vorhersehbares Nachfrageverhalten der Kunden, da keine Vergangenheitsdaten für eine Pro­gno­se verfügbar sind. Die Nachfrageschwankungen und Marktveränderungen stellen Kommissioniersysteme vor immer neue He­raus­for­de­run­gen hinsichtlich Durchlaufzeit und Reaktionsgeschwindigkeit bei hoher Artikelverfügbarkeit.

Die größte Her­aus­for­de­rung in ei­nem Kommissioniersystem ist neben der Reduzierung der Bestände im Lager, der Verkürzung der Durchlaufzeit und der Minimierung der Kommissionierfehler vor allem der wirtschaftliche Betrieb des Kommissioniersystems. Das Kommissionieren muss schnell, zuverlässig und zu möglichst geringen Kos­ten erfolgen. Die zielgerichtete Anpassung von Kommissioniersystemen an Absatzveränderungen ist bisher nur zum Teil Gegenstand wis­sen­schaft­licher For­schungs­an­sät­ze gewesen.

Insbesondere im kurz­fris­ti­gen Planungsbereich existiert keine systematische Vorgehensweise, um in Kommissioniersystemen wirtschaftlich und schnell auf Nachfrageschwankungen und Marktveränderungen zu re­agie­ren. Einzelne Maß­nahmen sind bekannt und wer­den teilweise eingesetzt. Eine ganzheitliche Betrachtung über mehrere Perioden hinweg, in der zum Bei­spiel kurzfristig Nachteile in Kauf genommen wer­den kön­nen, um ein langfristiges Optimum zu erzielen, findet nicht sys­te­ma­tisch statt.

Zielsetzung

Speziell für die Kommissionierung in konventionellen Kommissioniersystemen in KMU soll im Rah­men dieses Forschungsvorhabens ein Entscheidungsmodell ent­wickelt wer­den, welches KMU un­ter­stützt, ihr unternehmensspezifisches Kommissioniersystem sys­te­ma­tisch und gezielt an kurzfristige Nachfrageschwankungen  und Marktveränderungen anzupassen. Dazu sind Flexibilitätspotenziale in Kommissioniersystemen zu erkennen und in Form von Anpassungsmaßnahmen operativ anwendbar zu be­schrei­ben. Zur vereinfachten An­wen­dung der For­schungs­er­geb­nis­se wird das Entscheidungsmodell in einer Software programmiert.

Folgende zentrale Fragen sollen im Rah­men des Forschungsvorhabens beantwortet wer­den kön­nen:

  • Wie kann das Kapazitätsangebot in Kommissioniersystemen (Kommissionierlager, Transportmittel, Mensch) optimal auf den Kapazitätsbedarf über mehrere Perioden hinweg angepasst wer­den?

  • Welche Anpassungsmaßnahmen stehen zur Ver­fü­gung, um auf kurzfristige Schwankungen wirtschaftlich zu re­agie­ren? Schließen sich gegebenenfalls unterschiedliche Maß­nahmen aus?

  • Welche Maß­nahmen müs­sen zu welchem Zeitpunkt getroffen wer­den, um unter Be­rück­sich­ti­gung von Nachfrageschwankungen und Marktveränderungen über mehrere Perioden hinweg wirtschaftlich zu kommissionieren?

  • Wie ver­än­dert sich die Wirtschaftlichkeit in der Kommissionierung, wenn Maß­nahmen zur Anpassung des Kapazitätsangebots durch­ge­führt wer­den?

Im Ergebnis wird ein Beitrag zur Flexibilisierung von Kommissioniersystemen geleistet, wel­che die Fähigkeit besitzen, (nahezu) konstante spezifische Kommissionierkosten unabhängig von der Beschäftigungssituation zu erreichen.

Kostenverlauf in flexiblen Kommissioniersystemen © IPS​/​TU Dort­mund
Kostenverlauf in flexiblen Kommissioniersystemen

Vorgehensweise

Im Mit­tel­punkt des ersten Arbeitsschrittes steht eine detaillierte Analyse der Ist-Situation in KMU bezogen auf die Gestaltung von Kommissioniersystemen und die Aus­wir­kungen von Absatzveränderungen auf den Ablauf in der Kommissionierung.

Für die kostenoptimale Gestaltung von Kommissioniersystemen ist es wich­tig, für eine aus-reichende Transparenz der Kos­ten zu sorgen. Dazu wird eine Kostenanalyse durch­ge­führt, um Kostenschwerpunkte zu erkennen und Kostenentwicklungen im Zeitablauf aufzuzeigen. Insgesamt wer­den in diesem Arbeitsschritt das Kostenniveau, die Kostenstruktur und der Kostenverlauf von Kommissioniersystemen un­ter­sucht.

Im nächsten Schritt wird der Zu­sam­men­hang zwischen Kos­ten, Kostentreiber und der Auslastung eines Kommissioniersystems un­ter­sucht. Ziel ist es, diesen Zu­sam­men­hang mathematisch zu be­schrei­ben. Für die Beeinflussung der Kostentreiber wer­den Anpassungsmaßnahmen formuliert. Auf Grundlage der so ermittelten Berechnungsvorschriften wer­den Kostenkennlinien für ein Kommissioniersystem in Ab­hän­gig­keit der prognostizierten Absatzveränderung bestimmt.

Zur unternehmensspezifischen Adaption der Er­geb­nisse wer­den die Berechnungsvorschriften mit Anpassungsmaßnahmen in einer Software als Entscheidungsmodell programmiert. So kön­nen die Eingangsgrößen für die Be­rech­nung unternehmensspezifisch angepasst und für jedes Un­ter­neh­men eigene Kostenkennlinien berechnet wer­den. Auf Basis des Entscheidungsmodells wird dann die kostenoptimale Konfiguration (Folge von Anpassungsmaßnahmen) des Kommissioniersystems bestimmt.

Um allen interessierten Un­ter­neh­men dabei einen einfachen Zugriff auf die Projektergebnisse zu er­mög­li­chen, wird der Schlussbericht im Internet ver­öf­fent­licht.

Visualisierung der optimalen Strategie für ein untersuchtes Kommissioniersystem © IPS​/​TU Dort­mund
Visualisierung der optimalen Strategie für ein untersuchtes Kommissioniersystem

Ver­öf­fent­lichun­gen

  • Scholl, P.; Deuse, J.: Optimale Personalstrategie in der Kommissionierung, Wt Werkstattstechnik online. Springer-VDI-Verlag. (www.technikwissen.de/wt/) (Genauer Veröffentlichungstermin noch nicht bekannt)
  • Scholl, P.: Endbericht: Skalierbare Kommissioniersysteme, Herausgegeben von Jochen Deuse, Lehrstuhl für Ar­beits- und Pro­duk­tions­sys­te­me, Technische Uni­ver­si­tät Dort­mund. Dort­mund, Ok­to­ber 2009
  • Scholl, P.: Softwarekonzept zur Ermittlung von Kostenkennlinien bei schwankenden Auftragseingängen in Kommissioniersystemen, Vor­trag an der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund. 29.05.2009
  • Scholl, P.: Ent­wick­lung von Flexibilisierungsstrategien für Kommissioniersysteme, Vor­trag an der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund. 5.9.2008

Förderhinweis

Das For­schungs­vor­ha­ben (For­schungs­vor­ha­ben Nr. 15359 N) ist aus den Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Tech­no­lo­gie (BMWi) über die Arbeits­gemein­schaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. ge­för­dert worden.

Anfahrt & Lageplan

Der Cam­pus der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Cam­pus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Cam­pus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.

Direkt auf dem Cam­pus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duis­burg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, au­ßer­dem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Cam­pus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Cam­pus Nord und Cam­pus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zu­rück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund verteilen sich auf den größeren Cam­pus Nord und den kleineren Cam­pus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen kön­nen Sie den Lageplänen entnehmen.

Interaktive Karte

Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund verteilen sich auf den größeren Cam­pus Nord und den kleineren Cam­pus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark.

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