DeDiFlow
Detektion und Diagnose von dynamischen Engpässen in gerichteten Materialflusssystemen durch nachrüstbare Pufferfüllstandüberwachung (Projektbearbeitung erfolgt durch RIF e.V., Abteilung Produktionssysteme)
Problemstellung
Vor dem Hintergrund der Individualisierung der Märkte und einhergehenden Diversifizierung der Produktspektren stehen produzierende Unternehmen mehr denn je vor der Herausforderung, eine hohe Variabilität in ihrer Fertigung wirtschaftlich abbilden zu können. Dabei ist das Auftreten dynamischer Engpässe in den entstehenden Produktionssystemen nunmehr die Regel und keine methodische Ausnahme. Das Management dieser Engpässe erfordert die echtzeitnahe Analyse, Bewertung und Maßnahmenableitung, technisch realisiert durch angepasste Methoden des Data Mining und Softwareunterstützung. In der Praxis scheitert die Verbreitung der Methoden jedoch an einer eingeschränkten Anwenderakzeptanz, fehlenden Metriken der Engpassdiagnose sowie an einer unzureichenden Datenbasis, um die erforderliche feine zeitliche Granularität des Produktionsablaufs abzubilden. Die Potenziale des dynamischen Engpassmanagements bleiben somit weitgehend ungenutzt.
Zielsetzung
Im Rahmen des Forschungsvorhabens DeDiFlow soll beiden praktischen Restriktionen des dynamischen Engpassmanagements entgegengewirkt werden. Zum einen wird mit der Entwicklung eines Systems zum Nachrüsten einer Pufferfüllstand-Überwachung auf Basis von Low-Cost-Sensorik für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die Datenlücke geschlossen und diese neuartige Erfassung der Daten mit einer Weiterentwicklung bestehender Engpassdetektionsmethoden kombiniert. Zum anderen ergänzt das Projekt die fehlenden Verfahren und Metriken zur Engpassdiagnose, um für KMU anwendbare Interventionsmaßnahmen ableiten und begründen zu können. Bestandteil der Entwicklung wird neben der Bewertung von Auftrittshäufigkeit und -schwere demnach auch die Ableitung geeigneter Verbesserungen unter Beachtung der Einsatzbedingungen in produzierenden KMUs sein.
Vorgehensweise
Um die Forschungsziele zu erreichen, werden zunächst Anforderungen und Erfolgskriterien in Abstimmung mit industriellen Anwendern durch Experteninterviews festgelegt. Zur Datensammlung ist die Einrichtung der technischen Infrastruktur inklusive der Umsetzung einer standardisierten Versorgung aus dem Sensor-Kit zu planen. Die anschließende methodische Arbeit umfasst die Detektionsmethode und Methoden und Metriken zur Diagnose, die im Wechselspiel entwickelt und validiert werden.

Für die teilnehmenden KMU darf die Anwendung aber nicht mit Detektion und Diagnose enden. Aufbauend auf den Ergebnissen der Methoden werden Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet, erprobt und bewertet, immer mit dem Ziel, den Zyklus des dynamischen Engpassmanagements beschleunigt durchlaufen zu können. Flankiert wird die anwendungsorientierte Entwicklung in Kooperation mit den Industriepartnern von einer Demonstratorentwicklung, die Anwendungsfälle vorzeigbar darstellt und wesentlich zum Transfer der Lösungen beitragen kann.
Forschungs-, Entwicklungs- und Anwendungspartner
Förderhinweis
Das Forschungsprojekt "DeDiFlow" wird unter dem Förderkennzeichen 01IF23719N der Bundesvereinigung Logistik e.V. vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) gefördert.




















